Donnerstag, 3. August 2017

Von der Windel zum Topf


Wir haben schon eine Weile ein Töpfchen, welches aber mehr zur Deko da steht, immer bereit benutzt zu werden. Über das „Trockenwerden“ gibt es so einige Theorien. Aktuell mache ich es bei meiner zweiten Tochter anders als bei meiner ersten vor 10 Jahren, warum?
„Ist sie denn schon trocken?“ Diese Frage hört jede Mutter und jeder Vater mindestens einmal. Die Frage erinnert mich irgendwie immer an einen Hund den man Stubenrein bekommen muss. 
Bei meiner Großen habe ich etwas mehr Töpfchentraining betrieben als bei meiner Kleinen. Ich habe sie damals vor 12 Jahren als Säugling mit Baumwollwindeln gewickelt und sobald sie sitzen konnte einfach beim Wickeln ein paar Minuten auf den Topf gesetzt. Das klappte ganz gut sodass es in der Kinderkrippe kaum noch Thema war. Damals war ich aber auch ein halbes Jahr länger zu Hause. Ob die Baumwollwindeln da auch eine Hilfe waren, sagen ja manche, weiß ich nicht.

Bis meine jüngste Tochter kam habe ich aber von verschiedenen Theorien gehört. In Vietnam wird wohl kurz nach der Geburt die Familie um das Kind versammelt und sobald es sein Geschäft vollzieht gibt es einen „Schrei“, dieser prägt sich bei dem Kind so ein, dass es immer zu diesem Schrei kontrolliert sein Geschäft erledigt. Das hat den Hintergrund, dass es keine Pampers braucht und die Frauen auf den Feldern die Kinder nicht großartig wickeln müssen. 
Es gibt einige solcher Geschichten.
Meine kleine Maus habe ich anfänglich auch mit Baumwollwindeln gewickelt, war dann aber etwas inkonsequenter, habe sie aber auch anfänglich immer mal aufs Töpfchen gesetzt. Das war auch schon erfolgreich, aber als sie mit einem Jahr in die Krippe kam, wollte sie auf einmal nicht mehr auf den Topf. Die Erzieherin erzählte mir bereits bei der Eingewöhnung, beim Thema Töpfchen, etwas von „Die Kinder müssen abgeben wollen“. Es klang gar nicht so unlogisch.

Nun ist die kleine Maus 2,5 Jahre und sagt bewusst wenn die Windel voll ist und obwohl ich auch mal eine Mutter war, die dachte Kinder müssen schnell trocken werden, ich kannte es ja von der Großen, dass das leicht gehen kann, mache ich mir hier aktuell keinen Druck. Ganz einfach, weil ich mich nach der Krippe richten muss, das Kindchen ist nun mal die meiste Zeit in der Woche in der Krippe und ich möchte in diesem Thema mit der Krippe zusammen arbeiten. Hier wird mir immer wieder bestätigt man macht den Kindern keinen Druck und bis zum Kindergarten klappt das dann.

Letztens erfuhr ich dann was es mit dem „Abgeben wollen“ auf sich hat. Der Mensch lernt wohl erst mit 2 Jahren das Kontrollieren des Schließmuskels und auch wenn ich nicht alles von Sigmund Freud so vertrete, leuchtet mir seine Theorie über die „Anale Phase“ ein. Diese Phase macht das Kind zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr durch und lernt da kontrolliert Urin und Stuhl zu halten und abzugeben, einfach weil die Natur dass so eingerichtet hat. Ein ganz interessanter Beitrag und genaues Erklärt steht hier ---> Anale Phase – Töpfchentraining unnötig

Und wenn ich so an die Erfahrungen mit meiner Großen zurück denke, so gab es einige Momente im Leben die sie lernen sollte und erst gelernt hat als sie soweit war. Bestes Beispiel das Lesen lernen. Wie viele Abende saß ich mit ihr da und habe Lesen geübt, eines Abends platzte der Knoten und sie las. 

Der Mensch ist individuell und lernt in seinem Tempo, egal ob es das Laufen, Sprechen oder der Gang zur Toilette ist. Wichtig ist doch, dass er es lernt. Wenn mein Kind noch nicht bereit ist und sich auch nicht auf den Topf setzen möchte, so vertraue ich ihm, dass der Zeitpunkt kommt wo der Knoten platzt und ich bin mir inzwischen sicher, dass der Knoten nicht erst mit 18 platzt. 
Es gibt also verschiedene Wege, Hauptsache, so sehe ich das, ist dem Kind keinen Druck zu machen, denn etwas zu erzwingen ist nicht der richtige Weg. 
In meiner Laufbahn als Mutti, die nun schon 12,5 Jahre lang ist, habe ich gelernt dem Kind zu vertrauen, es machen zu lassen und ihm Hilfestellung zu geben. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen